Blog und Geschichten

Ja, man müsste sich halt trennen können wenn der Haushalt überläuft. Ich konnte das lange Zeit überhaupt nicht.Mag sein dass es an meiner Erziehung lag, meine Eltern und Großeltern waren diejenigen die noch den Krieg miterlebt haben, jedes kleine Stückchen Stoff wurde aufgehoben, und noch genutzt. Das gute Geschirr und Besteck wurde weggeschlossen, und nur an Weihnachten einmal hervorgeholt. Möbelstücke pflegen bei uns ein Leben lang zu halten, es sind ausnahmslos qualitativ hochwertig verarbeitete Vollholz Schränke, Buffets, Tische, Regale, Nähtische, kein Ikea Zeugs sondern richtig stabile noch in früherer Zeit handwerklich hergestellte Möbel. Jede Generation hatte da so ihre Vorlieben, die Stilrichtungen reichten von der Bauhaus Ära bis zum Barockschränkchen, Historismuskabinett, 60er Jahre Nähtischchen, der hundert Jahre alten Singer Schreibmaschine, dem alten Küchenbuffet und dem alten Juno Eisenherd. Dementsprechend schwer fällt es einem so ein lieb gewordenes Familienstück herzugeben. Ich sehe noch meine Großmutter wie sie das Stück abgestaubt hat, wie sie es liebevoll mit Politur eingerieben hat. Hinterher der Honigduft des Holzbalsams. Er hing eine Weile im Hause… ich sehe den Großvater in seinem Lieblingssessel dem alten Ohrenbackensessel sitzen, ich sehe noch seinen liebevollen Blick als er mich noch winzig klein auf seinem Schoß sitzen lies. Im Musikzimmer hingen die Komponisten an der Wand, angefangen bei Beethoven, Chopin, List, Wagner, Bach. Die kristallklare Stimme meiner Mutter dringt herüber: „Weißt Du wieviel Sternlein stehen…“ Großmutter spielte alles auf dem Klavier, von Kinderliedern, Weihnachtsliedern bis hin zu den wunderschönen Chopinwalzern, Für Elise, Mondscheinsonate oder auch romantische Liebeslieder aus dem 19. Jahrhundert.

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